Planverfasser-blog
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11. Sternfahrt nach Santók/Warthe
Dienstag, 12. Mai 2009
Auf der Sternfahrt zum Skippertreffen in Santók (PL) machten die über den Oder-Spree-Kanal anreisenden deutschen Teilnehmer ihren bewährten Zwischenhalt in Eisenhüttenstadt. Kapitän Jerzey Hopfer vom Verein der Gorzower Wasserfreunde nahm die anreisenden Sportboote mit der „Kuna“ in Berlin in Empfang und führt die Geschwaderfahrt auf der Oder und der Warthe nach Santók an. Heute Mittag brachen die Boote in Eisenhüttenstadt auf und schleusten gemeinsam in der Zwillingsschachtschleuse in die Oder. Mit weiteren Stationen in Słubice, Kostrzyn nad Odrą, Gorzów und Skwierzyna soll das Ziel Santók planmäßig am 18. Mai erreicht werden.
Die M/V „Kuna“ (dt. „Marder“) wurde im Jahre 1884 auf der Danziger Schiffswerft und Kesselschmiede F. Devrient für die Königlich-Preußische Weichselstrombauverwaltung gebaut. Getauft wurde der Dampfeisbrecher nach einem Nebenfluß der Weichsel auf den Namen „Ferse“.
Im Mai 1945 rettete die Besatzung mit der „Ferse“ von Hamburg aus letzte Flüchtlinge aus Danzig über die Ostsee. Nach Kriegsende führte sie als Schiff der Royal Navy am Heck den Union Jack, bevor sie 1947 nach Danzig zurückkehrte und ab 1948 als Eisbrecher „Kuna“ wieder auf der Warthe eingesetzt wurde. Das Ende der „Kuna“ schien nach der Ausmusterung im Jahre 1965 besiegelt. Der Dampfer wurde entkernt und der leere Rumpf zum Abwracken nach Gorzów geschleppt. Versenkt und voller Flußschlamm überdauerte die „Kuna“ die Jahrzehnte, bis sie durch den Verein der Wasserfreunde Gorzów gehoben und von 2000 bis 2007 rekonstruiert wurde. Seither ist der älteste in Fahrt befindliche Flußeisbrecher der Welt auf den deutschen und polnischen Wasserstraßen als Museums- und Ausbildungsschiff mit seiner wechselvollen Geschichte im Dienste der Freundschaft und Verständigung zwischen Polen und Deutschen unterwegs.
M/V „Kuna“, der älteste Flußeisbrecher der Welt, vor historischer Kulisse am Reichstypenspeicher in Eisenhüttenstadt